39. Landessporttag des LSB in Celle

39. Landessporttag stimmt für neue Führungs- und Gremienstruktur

Der LandesSportBund Niedersachsen hat eine neue Führungs- und Gremienstruktur mit den drei Beschlussorganen Landessporttag, Präsidium und hauptberuflichem Vorstand. Das haben 318 Delegierte aus 59 Landesfachverbänden und 48 Sportbünden beim 39. Landessporttag in Celle beschlossen.

39. Landessporttag stimmt für neue Führungs- und Gremienstruktur

„Die Satzungsneufassung ist notwendig, um die Zukunftsfähigkeit des LSB abzusichern“, sagte LSB-Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach. Er dankte allen Beteiligten, die sich an dem Entstehungsprozess der neuen Satzung beteiligt hatten. „Ich begrüße die Vorreiter-Rolle des LSB. Wir wollen bei der Mitgliederversammlung im Dezember diesem Weg folgen“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann. Denn auch der DOSB wolle die „Stärkung derer, die im Hauptamt Verantwortung tragen und eine Aufwertung des Ehrenamtes im Sport für sportpolitische und – strategische Aufgaben.“

1.         Verbandspolitik

Gesellschaftliche Verantwortung

Der LandesSportBund (LSB) Niedersachsen hat mit der ARAG Sportversicherung eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für Flüchtlinge und Asylbewerber während der aktiven Sportausübung in Sportvereinen abgeschlossen. Das Präsidium habe dies beschlossen, um ein gesellschaftspolitisches Versprechen des LSB, „Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen“, umzusetzen, sagte Dr. Umbach: „Wir wissen, dass bereits viele Vereine – wie z.B. der SV Eintracht Bad Salzdetfurth, den wir beim LSB-Vereinswettbewerb 2014 ausgezeichnet haben, von sich aus auf Flüchtlinge und Asylbewerber zugehen. Dieses Engagement wollen wir unterstützen und andere ermutigen, ähnliches zu tun.“ Die Unfall- und Haftpflichtversicherung ist unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verein. Der Rahmenvertrag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gilt ab dem 22. November.  Dr. Umbach weiter: „Wenn diese Personen am Spielbetrieb teilnehmen wollen, müssen sie vorher Mitglied in Vereinen sein.“

 

Finanzhilfe

LSB-Präsident Dr. Umbach kündigte bereits für den 26. November die Verabschiedung eines ersten Nachtragshaushaltsplanes an, da der LSB mit zusätzlichen Mitteln aus der Finanzhilfe (§ 3 Abs. 2) in Höhe von rund 2,117 Mio. Euro rechnen könne. Von dieser Gesamtsumme seien rund 450 000 Euro durch einmalige Sondereffekte für 2015 (u.a. Ausrichtung des DOSB-Bundestages und Übernahme der Zahlungsverpflichtung des Landes Niedersachsen für die NADA) bereits gebunden. Die Verteilung der verbleibenden Mittel solle so erfolgen, dass fast 400 000 Euro für den Sportstättenbau der Vereine bereitgestellt werden könnten. „Wir bedienen damit alle uns bekannten Anträge für Baumaßnahmen für 2015 mit den üblichen Zuschüssen“, sagte Dr. Umbach. Außerdem könne der LSB wie angekündigt sämtliche Personalkosten für die hauptberuflichen Sportreferenten bei den Sportbünden bezuschussen. Die Verbände sollen einen Betrag von 431 000 Euro auf ihre Förderkontingente erhalten.

Bildungsstätte Clausthal-Zellerfeld

LSB-Präsident Dr. Umbach betonte, dass es noch keine Entscheidungen oder Festlegungen für mögliche Baumaßnahmen in der Bildungsstätte in Clausthal-Zellerfeld gebe (Fachleute haben wegen des schlechten Bauzustandes der Immobilie eine Restlaufzeit von drei bis fünf Jahren kalkuliert). Die Projektgruppe unter Leitung des LSB-Vorstandsvorsitzenden Reinhard Rawe werde dem Präsidium im Frühjahr 2015 eine Empfehlung geben. „Eine Entscheidung werden wir frühestens beim Landessporttag im November 2015 treffen können, wenn wir ein Finanzierungskonzept haben, das dem Projekt gerecht wird und die Sportorganisation nicht überfordert.“ In der Projektgruppe arbeiten Wolfgang Hein (Präsident des Landesschwimmverbandes Niedersachsen), Jürgen Schwedux (Präsident des Niedersächsischen Tanzsportverbandes), der Vorsitzende des Kreissportbundes Diepholz, Peter Schnabel, und Michael Koop, Präsident des Kreissportbundes Emsland mit. Die Geschäftsleitung hat Karl-Heinz Steinmann.

2.         Beschlüsse

Von den 318 Delegierten kamen 177 aus den Sportbünde (von 199 möglichen) und 128 von den Landesfachverbänden (von 165 möglichen).

Finanzen

Der 39. Landessporttag verabschiedete die Jahresrechnung 2013 mit 9.140.193,55 Mio. Euro im ordentlichen und 41.669.325,74 Mio. Euro im außerordentlichen Haushalt. Außerdem beschlossen die Delegierten den Haushaltsplan 2015 mit den Beträgen 9.230.540,00 Euro im ordentlichen und  36.338.868,00 Euro im außerordentlichen Haushalt.

Satzung

Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten eine neue Satzung für den LSB. Neu ist danach die Übertragung der haftungsrechtlichen Verantwortung auf den hauptberuflichen Vorstand. Dieser erhält damit Organstatus. Das Präsidium als gemischtes Board wird für die politische Zielrichtung und Außenvertretung zuständig sein. Verankert in der Satzung sind nun auch die beiden Gremien ‚Ständige Konferenz der Sportbünde‘ und ‚Ständige Konferenz der Landesfachverbände‘. Sie dienen dem Meinungsaustausch und der Meinungsbildung. Deren Vorsitzende sind künftig auch Mitglieder des LSB-Präsidiums. Neu ist zudem der Wirtschaftsbeirat als Beratungsgremium für das Präsidium. Der Wirtschaftsbeirat berät über die vom Vorstand zu erstellenden Haushaltspläne, Jahresrechnungen und Nachtragshaushaltspläne sowie Beteiligungen und Investitionen und das Gebäudemanagement.

Aufgenommen wurde schließlich auch das Bekenntnis „zur freiheitlich demokratischen Grundordnung“. Ausdrücklich heißt es nun in der Satzung, dass der LSB allen rassistischen, antisemitischen und extremistischen Bestrebungen und Aktivitäten entschieden entgegentritt.

3.         Wahlen zum Präsidium

Die Delegierten wählten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach einstimmig in seiner Funktion als LSB-Präsidenten für vier Jahre wieder. Wiedergewählt wurden zudem die bisherigen Präsidiums-Mitglieder Dr. Hedda Sander, Gabriele Wach, Joachim Homann und Thorsten Schulte. Sie sind nach der neuen Satzung Vizepräsidentinnen bzw. Vizepräsidenten, das Ressortprinzip wird aufgegeben. Wie bisher gehört auch der Vorsitzende der Sportjugend Niedersachsen, Thomas Dyszack, dem Präsidium an.

Neue Mitglieder im Präsidium sind der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Sportbünde, Michael Koop (Präsident KSB Emsland) und der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Landesfachverbände, Wolfgang Hein (Präsident des Landesschwimmverbandes Niedersachsen). Beide waren nach dem Landessporttag von den Ständigen Konferenzen zu Vorsitzenden gewählt worden.

4.         Berufung des Vorstandes

Das Präsidium berief auf seiner ersten Sitzung am 22. November die beiden neuen Vorstandsmitglieder: Vorstandsvorsitzender ist Reinhard Rawe (56, bisher LSB-Direktor), der stellvertretende Vorsitzende ist Norbert Engelhardt (57, bisher LSB-Geschäftsführer).

Statements der Gäste

Karl-Heinz Klare Vizepräsident Niedersächsischer Landtag, bezeichnete den LSB als notwendige „Ideenschmiede“ des organisierten Sports und unterstrich die herausragende Bedeutung der Sportvereine für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, erinnerte daran, dass Niedersachsen das Gründungsland des Deutschen Sports (10. November 1950) ist. „Für mich steht der LSB heute unter den TOP 3 der 16 Landessportbünde, auch, weil er sich auf dieser Lorbeer nie ausgeruht hat, sondern im Gegenteil daraus bis heute eine besondere Selbstverpflichtung abgeleitet hat.“ Zur geplanten neuen Führungsstruktur sagte Hörmann:  Wer 50 Mio Euro Umsatz verantwortet, 200 Mitarbeiter beschäftigt, muss aufgestellt sein wie ein mittelständisches Unternehmen.“

Stephan Manke, Staatssekretär Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, sagte: „Jeder Euro der 31,5 Mio. Euro Sportförderung ist aus Sicht der Landesregierung gut investiertes Geld.“ Die Landesregierung begrüße die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes, sich für eine Bewerbung Deutschlands für Olympische und Paralympische Sommerspiele auszusprechen. Mahnke sprach zudem die Situation der Bildungsstätte in Clausthal-Zellerfeld an. „Die Landesregierung begrüßt Maßnahmen zur Weiterführung der Anlage, wenn es einen Konsens in der Sportorganisation gibt – und wir hoffen auf einen Konsens.“

Für Dirk-Ulrich Mende, Oberbürgermeister der Stadt Celle, ist Sport „aktive Gesellschaftspolitik“ und ein „wichtiges Instrument für die Integration von Menschen aus unterschiedlichen sozialen Strukturen“. Die Stadt Celle fördere daher den Breitensport – u.a. mit der Bereitstellung von 25 Sporthallen, 45 Rasenplätzen und rund 500 000 Quadratmetern Freiflächen für den Breitensport.